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Die Ausbildung zum Elektroniker

Delmenhorster Kreisblatt, 21.08.2018

von Vincent Buß


An Sicherungskästen kennt sich der Auszubildende Marcel Hanschen aus (Bild: Vincent Buß).

Ganderkesee - Wie die Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik abläuft, weiß Marcel Hanschen. Der Delmenhorster ist Azubi bei der Firma Meyer Technik in Ganderkesee.

Im neuen Teil der dk-Serie über Ausbildungsberufe berichtet Marcel Hanschen. Er lässt sich zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik bei der Firma Meyer Technik in Ganderkesee ausbilden. Wenn man Marcel Hanschen fragt, was er angehenden Elektronikern für Energie- und Gebäudetechnik rät, sagt er: „Man sollte offen sein.“ Denn bereits als Azubi hat man ihm zufolge nicht nur mit Geräten zu tun, sondern auch mit Menschen, insbesondere im Kundendienst. Der Delmenhorster ist selbst im zweiten Lehrjahr seiner dreieinhalbjährigen Ausbildung bei Meyer Technik. Elektroniker kümmern sich etwa um Steckdosen, Lampen, EDV-Anlagen und Sicherheitstechnik wie Brandmelder und Überwachungsanlagen. Und in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik sind sie auch Experten für Fotovoltaik-Anlagen.

So sieht der Arbeitsalltag aus

Marcels Arbeitstag geht um halb sieben morgens in der Firma los. Von sieben bis etwa 16 Uhr geht es dann raus – entweder zum Installieren auf Baustellen oder in den Kundendienst. Bei Letzterem rufen Firmenkunden an, wenn beispielsweise eine Klingel nicht funktioniert. „Oft sind es erst einmal scheinbar kleine Probleme“, erklärt Marcel. „Aber dann ergibt sich ein viel größerer Fehler im Stromnetz“. Die Fehlersuche findet er am Kundendienst besonders spannend.

Das Interesse sich schon früh ab. „Als kleiner Junge hatte ich einen Elektrobaukasten“, erzählt der Delmenhorster lachend. „Mit dem habe ich viel gespielt.“ Passenderweise schaffte sich seine Familie dann auch noch eine Fotovoltaik-Anlage an.

Worauf im Auswahlprozess geachtet wird

Nach dem Realschulabschluss an der IGS Delmenhorst machte Marcel ein Praktikum bei Meyer-Technik. Das hat ihm nach eigenen Angaben so gut gefallen, dass er sich auf einen Ausbildungsplatz bewarb. Den Weg über das Praktikum empfiehlt auch Carolin Wachtendorf, Ausbildungskoordinatorin bei Meyer Technik. Fachliches Vorwissen sei ansonsten gar nicht so wichtig: „Lernen kann man alles, man muss es nur wollen.“

Im Auswahlprozess achtet sie viel mehr auf andere Qualitäten. „Als Erstes sehe ich mir auf dem Zeugnis die Anzahl der Fehltage an.“ Denn Azubis sollen zuverlässig sein. Außerdem müssen Bewerber zu einem Einstellungstest antreten. Dabei werden auch ihre Kenntnisse der Grundrechenarten überprüft. „Selbst Realschüler haben oft Probleme mit den Mathematik-Anteilen an der Berufsschule“, erläutert Wachtendorf.

Im ersten Lehrjahr müssen Auszubildende zwei Mal pro Woche zur Berufsschule nach Delmenhorst, danach nur noch ein Mal. „Alles, was man in der Praxis macht, geht man dort in der Theorie durch“, berichtet Marcel. Deshalb stehen auf dem Stundenplan Fächer mit Namen wie „elektrische Systeme analysieren und prüfen“.

So stehen die Übernahmechancen

Die Übernahmechancen stehen laut Wachtendorf sehr gut. Das hat auch mit dem Fachkräftemangel zu tun. „Das Handwerk ist leider unbeliebt geworden“, berichtet die Ausbildungskoordinatorin. „Viele wollen lieber ins Büro.“ Dabei verdient ihr zufolge ein Geselle auf der Baustelle später meist mehr als eine Bürokraft. Auszubildende bei Meyer Technik bekommen jedenfalls im ersten Lehrjahr 730 Euro brutto. Das Gehalt steigt dann im Laufe der Lehrjahre auf 980 Euro an. Und bei der Ganderkeseer Firma kommen noch zehn Prozent dazu.

Der Beruf des Elektronikers für Energie- und Gebäudetechnik befindet sich im Wandel. „Es ist mehr Programmieren geworden“, sagt Wachtendorf. Insbesondere wegen der Brandmelder. „Und es wird wohl noch mehr werden.“

Brandmelder spielen in Marcels beruflicher Zukunft vielleicht noch eine andere Rolle: Er überlegt, irgendwann zur Berufsfeuerwehr zu gehen. Und dafür braucht man eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung.

Quelle: https://www.noz.de/lokales-dk/ganderkesee/artikel/1485950/so-laeuft-die-ausbildung-zum-elektroniker-fuer-energie-und-gebaeudetechnik-ab

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