Aktuelles

Stephan Weil in Ganderkesee

NOZ, 09.06.2017

von Dirk Hamm


Die hohe Politik zu Besuch bei Meyer Technik: Firmengründer Harald Meyer (3. v. l.) begrüßte gestern unter anderem Ministerpräsident Stephan Weil (3. v. r.), Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag und Landtagsmitglied Axel Brammer (r.). Foto: Dirk Hamm


Fachkräftemangel, Herausforderungen für die Ausbildung, Angriffe auf die IT-Sicherheit – der Katalog von brisanten Themen, die den Verantwortlichen der Unternehmensgruppe Meyer Technik unter den Fingernägeln brennen, ist lang. Der Besuch des Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) gestern Nachmittag am Hauptsitz der Gruppe im Gewerbegebiet Urneburg bot eine hervorragende Gelegenheit, die Politik mit diesen Knackpunkten zu konfrontieren.

Kritik an „Akademisierung“

Neben dem Geburtenrückgang nannte Lukas Bäcker, kaufmännischer Geschäftsführer der Meyer-Gruppe, das schlechte Image vieler Berufsbilder und eine zu starke „Akademisierung“ als Gründe für die immer schwierigere Rekrutierung geeigneter Nachwuchskräfte.

Landtagsabgeordneter Axel Brammer (SPD), der den Ministerpräsidenten begleitete, pflichtete der Analyse bei: „Wir haben die Akademisierung alle betrieben und die Hauptschule auf ein Niveau gebracht, wo sie nicht hingehört.“

30 Auszubildende in der Meyer-Gruppe

Bäcker berichtete den Besuchern über die umfangreichen Ausbildungsanstrengungen der Firmengruppe, deren fünf Unternehmen unter anderem auf Brandschutz, Energietechnik und Anlagenbau spezialisiert sind. Bei insgesamt 180 Beschäftigten erlernen derzeit 30 Auszubildende ihren Beruf in der Meyer-Gruppe.

Praktikum gibt den Ausschlag

Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Bewerbung als Kauffrau für Büromanagement, Elektriker oder Metallbauer sind laut dem Geschäftsführer nicht die Schulnoten, sondern der Eindruck, der beim obligatorischen Praktikum entstanden ist. Firmengründer Harald Meyer wies darauf hin, dass zwar Patenschaften für drei Syrer und einen Iraker übernommen worden seien, dennoch aus den Reihen der Flüchtlinge noch kein Arbeitnehmer habe rekrutiert werden können. Stephan Weil berichtete, dass von den rund 130.000 Geflüchteten, die 2015/16 in Niedersachsen untergebracht wurden, bislang lediglich 4000 Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt worden sind.

Täglich über 200 Angriffe auf die IT-Sicherheit

Zum Thema IT-Sicherheit erklärte Uwe Drees, Chef der zur Gruppe gehörenden G&M Automation, dass die Firma jeden Tag 200 bis 300 Angriffen ausgesetzt ist. „Die Angriffe werden immer intensiver und gezielter“, fügte Lukas Bäcker hinzu.


Quelle: https://www.noz.de/lokales-dk/ganderkesee/artikel/907539/meyer-technik-legt-grossen-wert-auf-ausbildung




Wirtschaft

Meyer beeindruckt Ministerpräsidenten

NWZ, 10.06.2017

von Hergen Schelling


Austausch unter Ex-Bürgermeistern: Stephan Weil (von rechts) im Gespräch mit Harald Meyer. Landtagsabgeordneter Axel Brammer ist ganz Ohr.
Bild: Hergen Schelling

Ministerpräsident Weil war am Freitag zu Gast bei Meyer Technik. Das Unternehmen feiert 40-jähriges Bestehen.

Ganderkesee Für Harald Meyer war dieser Besuch quasi das I-Tüpfelchen auf dem Firmen-Jubiläum: „Es ist ein großes Ereignis, wenn man im 40. Jahr des Bestehens den Ministerpräsidenten begrüßen kann“, freute sich der Gründer und Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Meyer Technik, als er am Freitagnachmittag Stephan Weil die Hand gab. Gut eine Stunde lang informierte Niedersachsens Regierungschef sich über Geschichte, Entwicklung und Anforderungen der Firma.

Dabei wurden neben wirtschaftlichen Fragen auch politische Erfahrungen ausgetauscht: Beeindruckt nahm der Ministerpräsident von der SPD zur Kenntnis, dass Harald Meyer stolze 35 Jahre lang für die Sozialdemokraten im Kreistag mitgearbeitet hat. Als Kommunalpolitiker hatten beide sogar gleiche Funktionen, nur in unterschiedlichen Dimensionen: Meyer war ehrenamtlicher Bürgermeister der 6000-Einwohner-Gemeinde Dötlingen, Weil stand als Oberbürgermeister an der Spitze der fast hundertmal so großen Landeshauptstadt Hannover.

Dass er sich als Gemeinde-Oberhaupt seinerzeit nicht beliebt gemacht habe, als er 1992 den Betrieb von Brettorf nach Ganderkesee verlegte, ließ Meyer nicht unerwähnt – es sei aber der richtige Schritt gewesen, um wachsen und sich entwickeln zu können. In Ganderkesee seien die Bedingungen von Anfang an sehr gut gewesen – so habe der Betrieb auch die kritische Phase während der Finanzkrise 2008/09 überstehen können. Heute sind in den fünf Unternehmen der Gruppe 180 Mitarbeiter beschäftigt.

Lukas Bäcker, kaufmännischer Geschäftsführer bei Meyer Technik, stellte dem Gast und seinen Begleitern, darunter die SPD-Landtagsabgeordneten Axel Brammer und Renate Geuter sowie die Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag, die Geschäftsbereiche der Unternehmensgruppe vor und betonte die Notwendigkeit des ganzheitlichen Personalmanagements, das vom Auszubildenden bis zum Chef die Teambildung festigen und individuelle Stärken fördern soll.

Wie Auszubildende gefunden und gebunden werden können, interessierte den Gast besonders, aber auch die Frage, wie es mit der beruflichen Integration von Flüchtlingen läuft. Noch recht holprig, räumte Meyer ein, „bei der Sprache hapert es vor allem.“ Stephan Weil mahnte „ein bundesweites System“ zur Förderung von Flüchtlingen an. „Noch stochern wir in Modellvorhaben“, bemerkte er.

Brandaktuell auch das Thema Cyberkriminalität: 200 bis 300 Angriffe am Tag registriere allein die zur Meyer-Gruppe gehörende G&M Automation, berichtete deren Geschäftsführer Uwe Drees. Mit einem gehackten Steuerungselement könne man „ein ganzes Kaffeewerk an die Wand fahren“, wies Harald Meyer auf mögliche dramatische Folgen hin. In den Unternehmen der Gruppe wisse man um die Gefahren und sei wachsam. Das beruhigte den Ministerpräsidenten, ehe der weiter musste zum nächsten Termin.

Wo Weil am Freitag sonst noch war, lesen Sie auf

 Delmenhorst, Seite 40

 Video unter   www.nwzonline.de/videos/oldenburg-kreis 


Quelle: https://www.nwzonline.de/oldenburg-kreis/wirtschaft/meyer-beeindruckt-ministerpraesidenten_a_31,3,754403470.html

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