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Was ein Betrieb für seine Azubis tut

NWZ, 02.08.2018

von Antje Rickmeier


Die Jugendlichen, die am Mittwoch bei Meyer-Technik eine Ausbildung oder ein Jahres-Praktikum begonnen haben, werden von den Koordinatoren Volker Werhahn (von links) und Carolin Wachtendorf begleitet (Bild: Antje Rickmeier).

Ganderkesee - Vor ihrem ersten Tag im Betrieb sind die neuen Auszubildenden von Meyer Technik bereits auf der Hunte Kanu gefahren. Und beim offiziellen Ausbildungsstart am Mittwoch stand erst einmal das Kennenlernen der Firma und der Kollegen auf dem Programm. Während der Lehrzeit wird in dem Ganderkeseer Unternehmen viel dafür getan, dass sich die jungen Leute wohlfühlen und gut für ihre Arbeit gerüstet sind.

Denn auch eine bekannte Firma wie Meyer-Technik spürt den Fachkräftemangel. „Wir wollten zwei Metallbauer für Konstruktionstechnik einstellen, haben aber nur einen gefunden“, sagte Ausbildungskoordinatorin Carolin Wachtendorf. Insgesamt 14 Jugendliche haben am 1. August eine Ausbildung in dem Unternehmen für Brandschutz und Elektroinstallation begonnen. Neun Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, zwei Elektroniker für Betriebstechnik, ein Metallbauer sowie zwei Kauffrauen für Büromanagement werden ausgebildet. Darüber hinaus gibt es zwei Jahrespraktikanten und einen jungen Mann aus Afghanistan, der zunächst eine Einstiegsqualifizierung absolviert und voraussichtlich danach eine Ausbildung beginnt. Anders als bei den technischen Berufen gab es für die Ausbildungsplätze im Büro eine Flut von Zuschriften: „Wir hatten 100 Bewerbungen für eine Stelle“, sagte Carolin Wachtendorf.

Annika Knutzen hat einen Ausbildungsplatz bekommen, aber nicht im Büro. Die 19-Jährige ist die einzige Frau unter den angehenden Elektronikern. Sie habe bereits ein Schülerpraktikum bei Meyer-Technik gemacht, das ihr sehr gut gefallen habe, sagte die Abiturientin aus Bookholzberg, die gerne praktisch arbeitet. „Die Ausbildung hier hat einen super Ruf.“ Auch der 16-jährige Janek Scholz, der künftig von Wildeshausen aus per Zug zur Arbeit kommt, hat sich für die Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik entschieden. „Es ist ein abwechslungsreicher Beruf“, sagte er.

Das Unternehmen stellt Hauptschüler ebenso ein wie Bewerber mit Realschulabschluss und Abitur. „Wir nehmen alles“, sagte Carolin Wachtendorf. Wichtige Voraussetzungen seien ein gutes Arbeits- und Sozialverhalten sowie gute Mathematik-Kenntnisse. Die Firma unterstützt die Jugendlichen auf dem Weg ins Arbeitsleben. Berufsbegleitend gebe es Knigge-Kurse für das Verhalten gegenüber Kunden und im Betrieb, sagte Geschäftsführer Lukas Bäcker. Auch Tipps für Lerntechniken und Mathe-Nachhilfe gibt es bei Bedarf. Wenn grundlegende Kenntnisse in Elternhaus und Schule nicht vermittelt würden, müsse der Betrieb nachjustieren. Ein gutes Arbeitsumfeld mit Angeboten wie Firmenfitness ist für Bäcker ebenso wichtig wie die Betreuung durch zwei Ausbildungskoordinatoren und gemeinsame Aktivitäten. „Wir vermitteln den Jugendlichen frühzeitig, worauf es ankommt, damit sie sich gut ins Team integrieren und eigenständig arbeiten können.“

Quelle: https://www.nwzonline.de/oldenburg-kreis/wirtschaft/ganderkesee-ausbildungsstart-was-ein-betrieb-fuer-seine-azubis-tut_a_50,2,591190209.html

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